Sunday, July 13, 2014

Rückblick 39. Internationaler Lehrgang Pinkafeld

Ich habe am diesjährigen Lehrgang in Pinkafeld teilgenommen welcher alljährlich von Franz Strauß veranstaltet wird. Dort hatte ich die Möglichkeit mit einigen internationalen Größen zu trainieren und erste Bekanntschaft mit der Österreichischen JuJitsu Szene zu machen. Mit diversen deutschen Kollegen gab es ja bereits mehrere Treffen und Trainings.

Josef Linder war natürlich wieder ein Highlight, auch wenn er leider nur zwei Tage vor Ort war. Diesmal konnte ich allerdings einige Videos für mein Archiv ergattern und mein Wissen über das Prinzip Großer Meister - Großer Bauch festigen.

Ein weiteres Highlight waren die unterrichtseinheiten bei Michael Stapel. Er demonstrierte mehrere einheiten nach klassischem sowie nach modernem Stil sowie eine einheit Hojojutsu. Ich war sehr begeistert und werde in Zukunft sicher weitere Lehrgänge bei ihm besuchen.

Die hochtechnischen einheiten von Nico Romano waren ebenfalls sehr spannend. Wenn man die Techniken einmal begriffen hat sind sie gar nicht mehr so schwer. Hier ergaben sich einige interessante anwendungen von Ni Kyu sowie diverse Transportgriffe.

Aikido mit Wolfgang Linert war wie immer interessant und unterstützte wiedermal meine Meinung dass man auch Grundtechniken wie Shihonage niemals ganz beherrschen kann sondern immer noch neue Details und Variationen finden kann.

Massimo Curti Giardina demonstrierte einiges aus seinem sehr harten Stil jedoch sehr weich vorgetragen.

Günter Painter demonstrierte seine Technikkette mit über 100 Techniken.

Zeitlich war es mir leider nicht möglich die Stunden von Jürgen Kippel zu besuchen, da er vorzeitig abreisen musste.

Obwohl der Lehrgang von den Vortragenden her gut war, gab es abseits der Matte leider einige Schattenseiten. Es gab unglaublich viele Budo Diskussionen (dazu werde ich irgendwann einen eigenen Beitrag schreiben) und viele der höher Graduierten haben sich ungebührlich verhalten. Wenn man Respekt einfordert sollte man diesen auch seinem Gegenüber entgegenbringen.

Die Organisation war ebenfalls in vielen Details nicht optimal und teilweise von Vereinsmeierei geprägt. Es wurde z.B. ein Lehrgangsfoto erstellt aber nicht bekanntgegeben wie man dieses bekommt. Zu seiner Verteidigung sei gesagt dass Franz Strauß aus gesundheitlichen Gründen wohl nur noch am Rande mit der Organisation zu tun hat.

Die Dan Prüfungen waren ebenfalls sehr befremdlich. Obwohl ich nicht die Leistungen der Prüflinge nicht schmählern möchte kann ich nicht verstehen warum die Kommission der Meinung war dass es sich hier um Dan Niveau handelt. Einige internationale Kollegen am Lehrgang teilten meine Meinung.

Weiters können sich manche Individuen wohl nicht verkneifen zu demonstrieren wie "hart" und stark sie sind und müssen desswegen wohl diverse Hebel ruckartig und mit Gewalt anziehen. Warum JuJitsu als Sanfte Kunst übersetzt wird ist ihnen wohl fremd. Das Ergebnis ist in meinem Fall ein lediertes Handgelenk und eine schmerzende Luftröhre (!) sowie die Meinung dass manche Menschen es nicht verdient haben mit mir zu trainieren oder mir etwas beibringen zu drüfen. Schon gar nicht wenn sich diese Individuen damit hervor tun Schülern belehrend auf den Kopf zu klopfen oder sich bei fremden Stunden an den Mattenrand zu stellen und die Schüler anzubrüllen welche Fehler sie nicht alle begehen.

Von Vorfällen wie den oben genannten gab es leider noch einige weitere welche ich hier nicht alle auflisten möchte. Nichts desto trotz hat sich der Lehrgang gelohnt, da ich wieder einiges an Wissen angesammelt habe und mit einigen Freunden aus Deutschland diverse Videos austauschen konnte. Ich habe einiges gelernt, nicht nur auf, sondern auch neben der Matte.